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Zermatt 2008

7. Zermatt-Marathon am 5. Juli 2008

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Das Matterhorn hat gerufen - und wir sind gekommen.
Drei Tage vor dem Lauf reisen Marianne und ich an - diesmal mit der Bahn, weil man in Zermatt ja sowieso nicht mit dem Auto fahren darf. Ca. 5,5 Stunden sind wir von Karlsruhe aus unterwegs mit Umsteigen in Bern und in Visp. Donnerstags spazieren wir dann ein wenig im Regen herum und hoffen, dass das Wetter bis zum Samstag besser wird.

 

Am Tag vor dem Lauf fahren wir mit der Bahn nach St. Niklaus, wo auch der Start des Marathons sein wird, um die Startunterlagen zu abzuholen. Das ist ein wenig lästig, weil uns dadurch ein halber Tag flöten geht, an dem wir auch die Bergwelt hätten erkunden können.

 

Im Schulgebäude in der Nähe des Bahnhofs bekommt jeder von uns seine Startnummer mit eingeklebtem Chip, ein Probepäckchen Perwoll und eine Packung Barialla Nudeln. Ups - sagte ich “seine Startnummer”? Marianne hat ausversehen die Nummer von einem Paul aus Freiburg bekommen, was wir vor dem Schulgebäude zum Glück noch bemerken und so noch rechtzeitig in Ordnung bringen können.

 

Danach fahren wir zurück nach Zermatt und von dort mit der Zahnradbahn auf den Gornergrat (der Fahrpreis ist in den Startgebühren enthalten). Und am Abend besuchen wir die Barilla-Nudelparty vor dem Bahnhof in Zermatt. Nudeln mit Käse- oder Tomatensauce bis zum Abwinken plus eine Banane kosten 9,50 schweizer Franken.

 

Am Samstag stehen wir um 6.20 Uhr auf, frühstücken und fahren mit dem Sonderzug um 7.51 Uhr von Zermatt nach St. Niklaus. Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten und ich bin erstaunt, dass scheinbar jeder Läufer einen Sitzplatz ergattern kann.

 

Wir gehen durch den Ort zum Startbereich auf der Ortsdurchgangsstraße, wo wir unsere Kleiderbeutel abgeben und nochmal die Dixi-Klos besuchen.

 

Wenn man dem Sprecher glauben darf, stehen hier knapp 1.600 Läuferinnen und Läufer, die auf den Startschuss warten. In den Unterlagen wird 9.25 Uhr als Startzeit angegeben. Das stimmt aber nur bedingt. Denn um diese Zeit werden ausschließlich die Elite-Läufer auf den Weg geschickt. Zehn Mintuen später dürfen die Staffelläufer losspurten, die nur bis Zermatt laufen müssen, und zwei Minuten danach, also um 9.37 Uhr, können dann die restlichen Läufer lostraben. Ich verbringe die Wartezeit auf irgendeinem Schattenplätzchen, weil die Sonne schon ganz schön vom Himmel knallt.

 

Wir laufen zuerst ein Stückchen talabwärts ...

 

... und machen dann eine 180 Grad Wende in Richtung Bahnhof.

 

Nach ca. 700 Metern kommen wir an der Kirche von St. Niklaus vorbei, die sich jedes Jahr im Dezember zum größten Nikolaus der Welt verwandelt.

 

Noch geht es ganz schön eng zu ...

 

... aber schon bald lockert sich das Feld auf. Wir joggen an den Bahngleisen entlang. Während wir hier laufen startet um 9.53 Uhr in St. Niklaus die “Fahrende Tribüne”. Das ist ein Sonderzug, der die Begleitpersonen der Läufer zurück nach Zermatt bringt und wohl an den Stellen, an denen man die Läufer sehen kann, extra langsam fährt.

 

Nach ca. zwei Kilometern muss ich kurz mal in die Büsche. Weil ich sehr weit hinten im Feld gestartet und bisher recht gemütlich gelaufen bin, stehe ich nach meiner P.-Pause plötzlich ganz alleine auf der Straße. Ich sehe zwar keinen Besenwagen, aber anscheinend bin ich für eine kurze Zeit das Schlusslicht.

 

Ca. 30 Minuten nach dem Start überqueren wir die Bahnlinie. Der Zug muss warten. Vor ein paar hundert Metern habe ich Renate überholt, die wir eigentlich auf jedem Marathon treffen, ohne uns vorher verabreden zu müssen. Schon jetzt weiss ich, dass das heute nicht meine letzte Begegnung mit ihr war. ...

 

Weiter geht´s auf der rechten Bahnseite.

 

Zwei Pferde kommen neugierig die Böschung heruntergelaufen, als sie uns sehen. So viel wie heute ist hier bestimmt nicht jeden Tag los.

 

33 Minuten nach dem Start habe ich die ersten fünf Kilometer geschafft. Es ist ziemlich heiss ...

 

... und am ersten Verpflegungsstand kippe ich mir zur Abkühlung gleich einmal zwei Becher Wasser über den Kopf.

 

Die Strecke ist abwechslungsreich und sie macht mir mehr Spaß, als ich vorher gedacht habe.

 

Nach knapp einer Stunde Laufzeit wird der Weg enger. Hier ist es gut, wenn man schon die für die eigene Geschwindigkeit passende Laufgruppe gefunden hat. Denn überholen ist hier kaum möglich.

 

Kurz vor Randa wird es dann erstmals ein wenig steiler und ich gehe ein Stück. Herrlich sind die vielen Blumen, die hier überall blühen. Ich sehe einen Schweden, der wie ich ständig Fotos knipst. Aber er fotografiert nicht die Gegend und die Läufer, sondern er hat es einzig und allein auf die verschiedenen Blüten abgesehen.

 

Hier kommen wir an den gewaltigen Schuttmassen der zwei Bergstürze vom Frühjahr 1991 vorbei ...

 

... und ich passiere 1:07 Stunden nach dem Start die 10 km-Marke.

 

Wir wechseln wieder auf linke Seite der Bahngleise und erreichen Randa ...

 

... mit seinen 470 Einwohnern und kurz darauf ...

 

... die Ortschaft Täsch, wo es Unmengen an Parkplätzen gibt für die Autofahrer, die hier ihr Fahrzeug abstellen und mit den Pendelzügen der Matterhorn Gotthard Bahn in Richtung Zermatt weiterfahren müssen.

 

Die Landschaft ist einfach herrlich hier.

 

Endlich kommt mir auch mal ein Zug vor die Linse, wenn auch ein Stückchen von unserer Laufstrecke entfernt.

 

Unser Weg führt uns weiter durch das Nikolaital, das in den Ausschreibungsunterlagen als das tiefste Tal der Schweiz bezeichnet wird.

 

Zum ersten Mal laufe während eines Marathons durch einen Tunnel.

 

Bisher ist die Strecke alles andere als langweilig. Ständig bietet sie neue Eindrücke ...

 

... und hier - zwischen Täsch und Zermatt - wird der Weg so, wie ich das bei Bergläufen liebe: Eng, felsig, unwegsam, ansteigend und ...

 

... gleich wieder abfallend.

 

Bis Zermatt ist jetzt überholen nur mit äußerster Vorsicht angesagt.

 

Wir laufen rechts oberhalb und zeitweise sogar auf dem Tunnel über den Bahngleisen und hier zeigt sich zum ersten Mal auf unserem Weg das Matterhorn.

 

Kurz vor Zermatt ist der erste Kontrollposten stationiert.

 

Plötzlich rauscht hinter mir mit lautem Getöse ein Hubschrauber heran, braust an mir vorbei und landet direkt vor mit auf dem Landeplatz.

 

Zermatt kommt in Sichtweite ...

 

... und ich erreiche das 20 km-Schild 2:20 Stunden nach dem Start.

 

Wir kommen nach Zermatt und ich überquere 2:24 Stunden nach dem Start die Messmatte beim Bahnhof: Da habe ich mir ja ganz schön Zeit gelassen für die ersten ca. 20,5 km und 519 Höhenmeter.

 

Aber Zeit spielt für mich heute keine Rolex. Ich will nur innerhalb der maximal erlaubten 7 Stunden auf dem Riffelberg sein.

 

Weiter geht´s durch Zermatt, an der Kirche vorbei ...

 

... und dann hinaus Richtung Matterhorn.

 

Auf diesem Weg sind wir bereits vor zwei Tagen ...

 

... im Regen herumspaziert. Wenn heute das Wetter auch so schlecht gewesen wäre - wer weiss, ob ich meinen Lauf hier in Zermatt nicht beendet hätte.

 

Hier geht es weiter:
http://laufen.welcheinglueck.de/Laufberichte/Zermatt_2008/Zermatt_2008__Teil_2_/zermat t_2008__teil_2_.html