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Karlsruhe 2008

26. Fiducia Baden-Marathon Karlsruhe am 21. September 2008

Dieses und viele andere Fotos von mir kann man hier kaufen: http://www.fotolia.de/p/96756/partner/96756

Nachdem ich die letzten Jahre aus unterschiedlichen Gründen immer nur den halben Baden-Marathon gelaufen bin, will ich mir in diesem Jahr endlich mal wieder die gesamte Strecke gönnen.

 

Einen Tag vor dem Lauf trifft man sich - wie in jedem Jahr - in der Europahalle, um die Startunterlagen abzuholen, die Marathonmesse zu besuchen, ein wenig zu quatschen und sich ggf. mit ein paar Spaghetti für den nächsten Tag zu stärken.

 

Da ich wieder einmal zu wenig trainiert habe, nehme ich mir keine Zielzeit vor. Und weil ich in einer Woche auch noch beim Gardasee-Marathon mitlaufen will, möchte ich mich heute auf keinen Fall total verausgaben. Aber da mich vor zwei Wochen beim Teufelslauf endlich mal wieder der Ehrgeiz gepackt hat, stelle ich mich trotzdem hoffnungsvoll zum 3:44 Pacemaker.

 

Pünklich um 9 Uhr erfolgt der Start, aber es dauert einige Minuten, bis ich zur Startlinie komme ...

 

... und loslaufen kann.

 

8.763 Läuferinnen und Läufer setzen sich in Bewegung und laufen die Brauerstraße entlang, vorbei am Zentrum für Kunst und Medientechnologie ...

 

... und dem gleich daneben angesiedelten Bundesgerichtshof.

 

Nach etwa einem Kilometer biegen wir ab in die Kriegsstraße, wo wir durch zwei Unterführungen müssen. Den gelben Luftballon mit der 3:44-Aufschrift habe ich bereits hinter mir gelassen, aber ich weiss genau, dass ich ihn heute bestimmt nochmal sehen werde.

 

Ca. 2,5 Kilometer später kommen wir zum Durlacher Tor mit der Bernharduskirche. Der Läufer mit der orangen Jacke ist mein Nachbar Joey. Er hat viele Jahre an keinem Wettlauf teilgenommen und will heute mal wieder einen Halbmarathon laufen. Auf der Kirchturmuhr sehe ich, dass wir bisher etwa einen 5er-Schnitt gelaufen sind.

 

Kurz darauf kommen wir zum Gottesauer Platz und der Lutherkirche. Noch immer laufen wir durchschnittlich mit 12 km/h, was mir erstaunlicherweise überhaupt keine Probleme macht.

 

Es geht die Durlacher Allee entlang zum Ortsteil Durlach. Das Wetter ist optimal heute: 10 Grad Celsius, kaum Sonne!

 

Nach ca. 8,5 Kilometern erreichen wir Fiducia, den Hauptsponsor des Marathons. Hier muss irgendwo ein Fotograf von Pearl Izumi stehen, für den ich extra das gelbe Finisher-Shirt über mein Vereinshemd gezogen habe, aber ich sehe ihn nicht: Pearl Izumi will heute 50 Paar Laufschuhe an Läufer verschenken, die im gelben Shirt fotografiert werden.

 

In der Gewissheit, heute dann eben kein Paar Laufschuhe gewonnen zu haben, laufe ich weiter in Richtung Oberwald. Dort geht es so eng zu, dass ich nach einem Fotostop keine Chance mehr habe, Joey einzuholen, mit dem ich bisher gelaufen bin.

 

Also jogge ich alleine weiter Richtung Rüppurrer-Schloss, ...

 

... Rüppurr ...

 

... und über den Scheibhardter Weg Richtung Weiherfeld, wo mein zurzeit verletzter Lauffreund Marco wartet und mir “aufmunternd” zuruft: ”Hey, wo bleibst du denn? Hinter dir laufen nicht mehr viele.”

 

Ich lasse mich aber nicht aus der Ruhe bringen und schaue bewusst nicht auf meinen Garmin. Ich will mich heute nicht unter Zeitdruck setzen ...

 

... schiele dann aber doch auf jede Kirchturmuhr, die ich finden kann und erkenne, dass ich den 5er Schnitt bisher halten konnte.

 

Wir erreichen die Günter Klotz Anlage, wo wir uns von den Halbmarathonis trennen, die rechts ins Ziel abbiegen dürfen.

 

Nach 1:47 Stunden habe ich die Hälfte des Marathons geschafft.

 

Wir laufen an der Alb entlang, ...

 

... überqueren sie zweimal ...

 

... und schlängeln uns auf grünen Pfaden durch Karlsruhes Westen. Wie man auf den Fotos erkennt, sind wir Läufer so ziemlich unter uns. Zuschauer gibt es ...

 

... erst wieder beim nächsten Verpflegungstand bei Daxlanden. Hier dröhnt lautstarke Rockmusik, ...

 

... die mir neuen Schwung für den Weg zum Rheinhafen ...

 

... und die bisher dritte Straßenüberführung gibt.

 

Oben auf der Brücke haben sich zwei Mitarbeiter des Roten Kreuzes positioniert. Die freiwilligen Helfer in ihren roten Uniformen fallen mir schon die ganze Zeit auf. Insgesamt gibt es heute 160 Sanitärstationen entlang der Strecke, so dass im Notfall durchschnittlich alle 42,2:160 = 263 Metern medizinische Hilfe bereitsteht. Vielen Dank, liebe Sanis, dass ihr euch so gut um uns kümmert!

 

Wir lassen das Rheinkraftwerk hinter uns.

 

Knapp 28 Kilometer habe ich bereits geschafft und mir geht es noch immer gut. Leider kommt jetzt die Sonne durch, was mir wie immer zu schaffen macht.

 

Hier auf der Hardtstraße, merke ich bereits, dass ich langsamer werde.

 

Nach 30 Kilometern ...

 

... kommen wir zum alten amerikanischen Flugplatz. Als ich mich kurz umdrehe, sehe ich, dass mir der 3:44-Pacemaker dicht auf den Fersen ist, der mich kurz darauf überholt. Ich versuche nicht an ihm dran zu bleiben, sondern packe meinen Ehrgeiz wieder ganz tief in die Tasche, hole mir dafür wieder einmal die Freude am Sightseeing und Fotografieren heraus und laufe in meinem aktuellen Wohlfühltempo weiter.

 

Auf der Knielinger Allee überqueren wir dann die vierte Brücke auf unserem Weg zum Ziel. Es wäre mal interessant zu wissen, wieviele Höhenmeter beim Baden-Marathon zusammenkommen.

Anmerkung vom 23.09.08:
Diese Frage hat mir gerade ein Leser beantwortet. Kai schreibt in einer E-Mail: “Meine Polar hat mir 85 Höhenmeter für den Baden-Marathon angezeigt.”

 

Nach knapp 33 Kilometern kommen wir in der Karlsruher Innenstadt an.

 

Wir passieren die Orangerie, ...

 

... die Staatliche Kunsthalle und das Bundesverfassungsgericht ...

 

... und erreichen kurz darauf ...

 

... das Karlsruher Schloss, ...

 

... das viele tolle Fotomotive bietet.

 

Jetzt geht es kreuz und quer durch den Schlossgarten, ...

 

... wo mich mein alter Lauffreund Dieter (im roten Shirt) überholt, mit dem ich schon einige Marathons zusammen gelaufen bin.

 

Schön ist es hier und ich bin froh ...

 

... dass ich hier nicht durchhetzen muss und mir Zeit für ein paar Fotos nehmen kann.

 

Auf einer kurzen Wendestrecke machen wir noch einen Abstecher Richtung Universität ...

 

... und verlassen daraufhin ...

 

... den Schlossgarten und das Schloss. Da ich den 3:44er Ballon schon lange aus den Augen verloren habe, ist mein nächstes Ziel, unter vier Stunden anzukommen. Ich wage einen Blick auf meine Uhr und stelle fest, dass ich für die restlichen sechs Kilometer noch 44 Minuten Zeit habe, die ich mir dann auch nehme.

 

Jetzt kommen wir auf die Kaiserstraße, die Einkaufsmeile von Karlsruhe, und ganz entgegen den Erwartungen steht hier wirklich kein einziger Laufinteressierter. Also joggen wir durch fast menschenleere Straßen weiter, bis wir zum Marktplatz kommen.

 

Auch hier hält sich das Besucherinteresse sehr in Grenzen.

 

Ich fotografiere die Stadtkirche ...

 

... und das Rathaus ...

 

... und trabe am Rondellplatz vorbei Richtung Ettlinger Tor, wo Frank steht und mich fotografiert.

 

Die weitere Strecke führt uns über den Stadtgarten und den Karlsruher Zoo. Ein paar Meter links von mir sitzt gerade majestätisch ein Storch in seinem Nest und schaut uns zu. Meine Beine werden schwerer und schwerer und so spüren meine Knochen selbstverständlich diese fünfte Brücke ...

 

... und die kurz darauf folgende dritte Unterführung auf unserem Weg um so mehr.  Wir kommen auf die Breite Straße, auf der wir schon vorhin gelaufen sind. Hier stehen jetzt recht viele Leute am Straßenrand und motivieren uns für die letzten beiden Kilometer.

 

Das Ziel ist erreicht. Auf den letzten Metern dorthin rufen mir einige Bekannte zu, Dieters Frau Camila knipst einige Fotos von mir und, wie ich später im Internet entdecke, werde ich auch vom Runners World Fotografen abgelichtet; wahrscheinlich deshalb, weil ich das gelbe Finishershirt anhabe, so dass dieses nun also doch noch für etwas gut war. Nach 3:53:16 Stunden laufe ich durchs Ziel. Ich bin sehr zufrieden, weil ich unterwegs keine Wehwehchen hatte, den Mann mit dem Hammer nirgendwo habe stehen sehen und auch das Gefühl habe, noch genug Körner für den Marathon in einer Woche am Gardasee übrig zu haben.

 

Den Runners Heaven lasse ich heute schnell hinter mir, denn zuhause liegt meine Frau Marianne krank im Bett, die heute eigentlich auch mitlaufen wollte.

 

Also gehe ich schnell über die Südtangente zu meinem Auto und düse zu ihr nach Hause.

 

Die Aufzeichung meines treuen Laufbegleiters Garmin.

Text und Fotos:
(Das Foto links hat Frank geknipst)

 

Klaus Eppele
eppele@welcheinglueck.de
 

Weitere Laufberichte siehe:
http://laufen.welcheinglueck.de/Laufberichte/laufberichte.html